Kurzer Überblick über die Geschichte der Gemeinde Bernried

Nach dem Abzug der Römer hatten die Bajuwaren ab 500 n. Chr. zwar die Donauebene besiedelt, der „Wald“ aber mit seinen unwegsamen Wäldern, seinen Sümpfen und Mooren wurde von den Siedlern gemieden. Urkunden sprechen vom „eremo nortwald“, vom menschenleeren Nordwald. Die Siedlungs- und Rodungstätigkeit ging von dem um 770 gegründeten Kloster Metten aus. Herzog Tassilo III. übereignete den Benediktiner Mönchen von Metten ein großes Gebiet, das im Norden vom Kamm des Höhenzuges zwischen Hirschenstein und Vogelsang und nach Süden zur Donau abfällt, auch das heutige Bernried umfasste.

An Stelle der geistlichen Grundbesitzer traten nunmehr die Grafen von Bogen. Sie bildeten im Gemeindebereich die Ministerialsitze Egg die sog. Eckher und Pitzen (später auch Pitzenfeld genannt).Als Stammvater der Eckherr gilt Thiemo de ecce um 1100. Seine Nachfolger waren Jobst, dann Heinrich von Eck, Ulrich der I., Peter der I., Ulrich der III. der Eckherr zu Eck (1369-1399). Ulrichs Sohn Georg war der letzte aus der geraden Linie der Eckher. Er starb 1403 und so kam teils durch Kauf, teils durch Verwandtschaft Egg an die Frauenberger zum Haag. Die Eckher waren ein ritterliches Geschlecht, sie hatten unbeschränkte Gerichtsbarkeit. Schloss Egg hat fortan seinen Besitzer häufig gewechselt und befindet sich seit 1939 im Besitz der Familie Hartl.

Die Erbauung der Pitzen-Burg im jetzigen Gemeindeteil Bernried dürfte ins 12. Jahrhundert fallen. Der Name kommt von bitze ist ein eingezäuntes Grundstück. Über die Besitzer dieser Burg sind nur spärliche Angaben vorhanden, sie dürfte sich im Besitz Eberhart des Pützners und Ritter Albrecht Vorster und später im Besitz der Ritter von Degernberg befunden haben. Aufgrund des Gemeindeedikts von 1808 und 1818 wurden in diesem Raum die Gemeinden Bernried, Edenstetten und Egg gebildet.

Während die Gemeinde Bernried bis zum 30.06.1972 zum Landkreis Bogen gehörte und sich bei der Landkreisreform für die Umkreisung in den Landkreis Deggendorf entschieden hatte, waren die Gemeinden Edenstetten und Egg bereits dem Landkreis Deggendorf zugeordnet. Nach Abschluss der Gemeindegebietsreform 1. Juli 1978 wurden aus diesen 3 Gemeinden die Einheitsgemeinde Bernried mit Verwaltungssitz in Egg gebildet.

Die Gemeinde Bernried liegt im nordöstlichen Teil des Landkreises. 1979 hat die Gemeinde ein Gemeindewappen und die Gemeindefahne angenommen, die folgendermaßen beschrieben werden: Bernried (Landkreis Deggendorf). Wappen schräg geteilt von Schwarz und Silber; oben eine silberne Lilie, unten ein roter Lindenzweig mit drei Blättern (RS. NB vom 18. Oktober 1979 Nr. 230-4061/61 – 80). – Die Gemeinde Bernried besteht aus den drei ehemaligen selbständigen Gemeinden Bernried, Edenstetten und Egg. Ein großer Teil des heutigen Gemeindegebietes gehörte zur Hofmark Egg, das Schloss der Herren von Egg liegt noch heute in der Gemeinde. Durch die schräge Teilung des Gemeindewappens soll an diesen Ortsadel erinnert werden, dessen Wappen ein von Schwarz und Silber geteilter Schild war.

Umfangreichen Grundbesitz im Gemeindegebiet hatte außerdem das Kloster Metten, aus dessen Wappen die Lilie in das Gemeindewappen übernommen wurde. Eng verbunden fühlt sich die Gemeinde auch mit der Familie der Vorster von Wildenforst, aus deren Wappen der Lindenzweig mit drei Blättern stammt. Die drei Blätter sind gleichzeitig als Hinweis auf die Entstehung der heutigen Gemeinde Bernried aus drei vormals selbständigen Gemeinden zu verstehen. Gemeindefahne: Weiß-Rot-Weiß.