Kleinkindergruppe

a) Definition und gesetzlich Grundlage
Kinderkrippen oder Kleinkindergruppen sind Kindertageseinrichtungen, deren Angebot sich an Kindern unter drei Jahren richtet. Kindertageseinrichtungen sind außerschulische Tageseinrichtung zur regelmäßigen Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern. eine regelmäßige Bildung, Erziehung und Betreuung setzt voraus, dass die überwiegende Zahl der Kinder über einen Zeitraum von mindestens einem Monat die Kindertageseinrichtung durchschnittlich mindestens 10 Stunden pro Woche besucht. (Auszug aus dem Bayrischen Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz)


b) Zielsetzung
Die Zielsetzungen bzgl. der Kleinkindergruppe sind im Großen und Ganzen denen der Kindergartengruppen gleichzusetzen. D.h. auch hier soll jedes einzelne Kind in seiner persönlichen Entwicklung so unterstützt und begleitet werden, dass es sich in seiner Gesamtheit individuell entfalten kann.

 

c) Gestaltung der Eingewöhnungszeit
Zu Beginn eines Kindergartenjahres sind viele Aktionen im Vorfeld sowie eine lange Eingewöhnungszeit von Bedeutung. So findet z.B. ein Informationsabend im Kindergarten statt, an welchem die Eltern das Personal der Einrichtung schon einmal kennen lernen und zudem Vieles über den Tagesablauf, das Konzept und die Anfangszeit erfahren. Nach diesem Elternabend werden so genannte „Schnuppertage“ angeboten. Schnuppertage sind Kennenlernvormittage, an welchen ca. sechs Kinder mit ihren Müttern oder Vätern einen Spieltag im zukünftigen Gruppenraum erleben dürfen. So ein Vormittag ähnelt den Ablauf eines „Mutter – Kind – Gruppen – Tages“. D.h. die Kinder werden zunächst mit einem Lied begrüßt und bekommen anschließend die Möglichkeit die zukünftigen Betreuer schon einmal kennen zu lernen. Bereitgestelltes Spielzeug macht es den Kleinen leicht, erste Kontakte zum Raum, zum Personal und zu den anderen Kindern herzustellen. Innerhalb dieser Zeit findet auch ein gemeinsames Brotzeitessen statt. Nach ca. zwei bis zweieinhalb Stunden endet dieser Tag mit einem Abschiedslied und einem kleinem Erinnerungsgeschenk.

Zu Beginn des neuen Kindergartenjahres startet auch die Kleinkindergruppe. Um die Eingewöhnungszeit für die Kinder so angstfrei und überschaubar wie möglich gestalten zu können, sind viele Abmachungen zwischen den Eltern und dem Personal bezüglich der Anwesenheit der Eltern und dem Einschreiten bei bestimmten Situationen zu treffen. So werden die Mütter mindestens zwei bis drei Wochen ihre Kinder begleiten müssen und gemeinsam mit ihnen den Tagesablauf erleben. Der Tag wird zunächst einmal den vorausgegangenen Schnuppertagen ähnlich sein. Erste Lieder und Kennenlernspiele werden die Tagesschritte wie Morgenkreis oder Brotzeit einleiten. So wird der Tagesablauf strukturiert und gibt den Kindern Orientierungshilfen.

Unter Berücksichtigung der individuellen Gefühlszuständen der Kinder und Eltern wird dann nach und nach eine angstfreie Abschiedssituation geübt bis die Kleinen schließlich den ganzen Vormittag alleine in der Gruppe verbringen können. Wichtig dabei ist, dass die Trennung im beidseitigen Einverständnis von Mutter und Kind ist, denn nur so kann ein Gefühl von Sicherheit und Geborenheit aufgebaut werden. Viele Gespräche zwischen Personal und Eltern sind wichtig um die Eingewöhnungszeit für alle Beteiligten zu gut wie möglich gestalten zu können.


d) Grundlagen und Besonderheiten einer Kleinkindergruppe
Neben der intensiven Gestaltung der Eingewöhnungszeit sind bei der Altersgruppe der 0 bis 3-jährigen besondere Rahmenbedingungen erforderlich. Kleinkinder bis drei Jahren brauchen tägliche Rituale und bestehende Zeitrhythmen. Darunter versteht man festgelegte Zeiträume, die die Dauer und die Reihenfolge des Freispiels, des Spielkreises usw. bestimmen. So wird zum Beispiel täglich zur selben Zeit der Morgenkreis begonnen und Brotzeit gegessen. Viele tägliche Rituale begleiten diese Zeitrhythmen immer wieder. Es werden die gleichen Lieder gesungen, Sprüche, Gebete und Spiele wiederholt. Dies gibt den Kindern nicht nur Orientierungsmöglichkeiten sondern auch ein gewisses Sicherheitsgefühl.

Auch ist es für Krippenkinder wichtig, dass ihre Umgebung so gestaltet ist, dass sie ihre Experimentier und Forscherlust mit allen Sinnen ausleben können. Dies betrifft vor allem die Material – und Spielzeugausstattung des Gruppenraums. Spielsachen für diese Altersgruppe sollten z.B. zum Anfassen,- zum „in den Mund nehmen“ sein und daher aus schadstofffreien bzw. abwaschbaren Material bestehen. Spiele aus Holz, Stoffe oder Kunststoffe sind hierfür geeignet. Neben dem Spielzeug sind zum Erforschen der Umgebung auch Alltagsgegenstände wie Töpfe, Löffeln sinnvoll, denn Kinder wollen genau die Dinge betrachten, mit denen die Erwachsenen täglich umgehen. Sonstige Materialien wie Knete, Fingerfarben, Kleister oder Naturmaterialien sollten zudem im Gruppenraum vorhanden sein.

In einer Kleinkindergruppe sollten sich sowohl Orte der Bewegung als auch Orte der Ruhe befinden. Die verschiedenen Spielecken wie z.B. das Kugelbad, Matratzen, unterschiedliche hohe Podeste regen die Kinder zu vielseitigen Bewegungsformen an, sie können springen, hüpfen, krabbeln, klettern und dabei zum Einen ihre grobmotorischen Fähigkeiten ausbauen und zum Anderen ihren natürlichen Bewegungsdrang ausleben. Im Gegensatz dazu haben die Kinder aber auch die Möglichkeit sich in den Ruheraum zum Schlafen oder zum Entspannen zurückzuziehen.

Kleinkinder im Alter von 0 bis 3 Jahren brauchen feste Bezugspersonen, die ihnen Sicherheit und Geborgenheit geben, sie trösten, ermutigen, sie in den verschiedenen Situationen unterstützen. Schon während der Eingewöhnungszeit ist es wichtig, dass das Kind zusammen mit der Mutter oder dem Vater, die neuen Bezugspersonen kennen lernt, annimmt und Vertrauen gewinnt. 

 

 

 

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